Herzlich Willkommen

 

 

„Die Welt war noch nie so unfertig. Pack mit an“ – unter dieses Motto stellte die Kreishandwerkerschaft Niederrhein ihre erneute Beteiligung an der Ausbildungsbörse „Beruf konkret“ in Neuss, die am „Tag des Handwerks“ stattfand. Fünf Innungen präsentierten ihre Berufe.

 

So ganz genau weiß Cedric Sinzig noch nicht, welchen Beruf er erlernen will. Aber so viel steht für den 15-Jährigen fest: „Auf jeden Fall Handwerk.“ Ein Praktikum in einer Tischlerei hat er bereits absolviert. Das steht seinem Freund Theo von Ostrowski aus der neunten Klasse der Realschule Holzheim im kommenden Januar noch bevor. Der 14-Jährige freut sich darauf: „Tischler wäre mein Lieblingsberuf. Ich mag die Arbeit mit Holz und baue gerne Sachen zusammen.“

 

Zusammen mit ihren Mitschülern besuchten die beiden das „Handwerkerdorf“, das insgesamt fünf Innungen aus dem Rhein-Kreis Neuss während der Veranstaltung „Beruf konkret“ der Sparkasse Neuss und der Agentur für Arbeit aufgebaut hatten. Die Anlagenmechaniker für Sanitär- und Heizungstechnik, die Elektroniker, Maler und Lackierer, Kfz-Mechatroniker und die Bauhandwerke, wie Maurer und Zimmerer, präsentierten auf dem Sparkassenvorplatz ihre Berufe „live“. Jugendliche konnten hier mit erfahrenen Meistern und mit Auszubildenden ins Gespräch kommen. In der Sparkasse standen Mitarbeiter des Bildungszentrums Niederrhein der Kreishandwerkerschaft an einem Stand für Informationen und Beratungen bereit.

 

In einer Präsentation stellte Kreishandwerksmeister Rolf Meurer jungen Menschen die Vielfalt des Handwerks mit seinen rund 130 Berufen vor. „Handwerk zeichnet sich dadurch aus, dass es für viele unterschiedlich begabte Menschen eine Perspektive bietet“, sagte Meurer. Im Blick hatte er dabei auch Abiturienten und Studienabbrecher. Meurer: „Wer gute Ideen hat und sie direkt in die Tat umsetzen will, ist im Handwerk richtig – denn Handwerker sorgen dafür, dass unser Alltag funktioniert und schöner wird.“

 

Im Handwerk werde es nie langweilig, weil die Betriebe „live“ ausbildeten und es nur reale Arbeiten und Aufträge gebe, fügte der Kreishandwerksmeister hinzu. Sein wichtigster Tipp an die jungen Zuhörer, von denen viele mit ihren Eltern gekommen waren: „Seien Sie mit Leidenschaft dabei – wählen Sie niemals einen Beruf, der Ihnen keinen Spaß macht.“

 

Bei Vivian Weddecke (15) und ihrer Mutter Kirsten rannte Meurer mit diesem Appell offene Türen ein. Vivian besucht die 10. Klasse der Realschule Korschenbroich, im kommenden Jahr macht sie ihren Abschluss, aber was dann kommen soll, weiß sie noch nicht. „Ich habe keine Lust, im Büro zu hocken, und möchte einen Beruf erlernen, in dem ich mit Menschen zu tun habe“, sagte die 15-Jährige. Beim Girls’Day hat sie mit Holz gearbeitet, das hat ihr gut gefallen. Da sie „super gerne“ zeichnet, könnte sie sich eine Ausbildung zur Glas- und Porzellanmalerin oder zur Modellbauerin vorstellen. Die Botschaft des Kreishandwerksmeisters jedenfalls war bei ihr angekommen: „Handwerk ist sehr vielseitig“, hat Vivian erkannt, „man hat tolle Möglichkeiten auch ohne Studium.“

 

Studieren möchte hingegen Lars Kriegel. Der 17-Jährige sprach Rolf Meurer nach dessen Vortrag auf den geplanten trialen Studiengang an, der zum Wintersemester 2015/16 an der Hochschule Niederrhein eingeführt werden soll. Innerhalb von fünf Jahren könnte Lars Kriegel eine Ausbildung zum Elektroniker oder Tischler absolvieren, seinen Meister machen und einen Bachelor-Studiengang in Betriebswirtschaft abschließen. „Ich möchte kreativ und praktisch arbeiten“, meinte der junge Mann, der im kommenden Jahr sein Abitur in der Tasche hat. Er kann sich nicht vorstellen, etwa Mathematik oder Physik zu studieren: „Das ist ja nur Theorie.“

 

Ganz praktisch ging es auch im „Handwerkerdorf“ zu. Der angehende Zimmerer Thorsten Köllen etwa zeigte, wie man Sparren für einen Dachstuhl fachgerecht sägt. Zwischendurch sprach er immer wieder mit Jugendlichen über sein Handwerk. „Als ich von der Schule kam, hatte ich selbst keine konkrete Ahnung, was ich werden wollte. Damals habe ich ebenfalls solche Informationsveranstaltungen besucht und fand sie sehr hilfreich für meine Berufswahl“, erzählte der 20-Jährige, der bei der Zimmerei Schmitz im zweiten Ausbildungsjahr den Beruf des Zimmerers erlernt und danach Architektur studieren möchte. „Die Gespräche sind ganz gut gelaufen“, berichtete er, „einige Jugendliche waren wirklich interessiert“. Dass sich gleich fünf Innungen aus dem Rhein-Kreis Neuss an „Beruf konkret“ beteiligten, fand er „super: So können die Jugendlichen sehen, was in den Berufen passiert, und bekommen nicht nur etwas erzählt.“

 

Und selbst etwas tun konnten die Besucher ebenfalls: Bei der Maler-Innung entstanden „Kunstwerke am laufenden Band“, wie Obermeister Thomas Nink lächelnd meinte. Wer wollte, konnte Farbe in eine rotierende Trommel geben und sehen, wie sie durch die Drehung auf einem Blatt verteilt wurde und so ein farbenfrohes Bild entstand. „Die Jugendlichen sollen ein Gefühl bekommen für Farbkombinationen und dafür, was Farbe bewirkt“, erläuterte Thomas Nink. Die Aktion kam gut an. „Das macht richtig Spaß“, strahlte die 14-jährige Mercan aus Neuss, die im übernächsten Jahr die Realschule abschließen wird. Und wer weiß – vielleicht zieht es sie ja danach ins Maler- und Lackiererhandwerk.

 

Zwei Elektro-Autos und einen Hybrid-Pkw zeigte die Kfz-Innung Rhein-Kreis Neuss, die erstmals an „Beruf konkret“ teilnahm. Obermeister Johannes Brester zeigte sich angetan vom Zuspruch: „Es waren viele interessierte Jugendliche da, und es sind auch einige Praktika vereinbart worden. Das war die beste Werbeaktion, die wir je gemacht haben“, bilanzierte er.

 

 

 

 

„Lern erstmal was Anständiges“

 

„Herzlich willkommen in unserer Handwerkerfamilie“, rief Obermeister Wilhelm Prechters den jungen Elektronikern für Energie und Gebäudetechnik zu, die jetzt ihre Gesellenprüfung bestanden hatten. 24 Nachwuchshandwerker feierten mit der Elektro-Innung Rhein-Kreis Neuss den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung.

 

In der „Zehntscheune“ in Grevenbroich sprach Prechters die Elektroniker von den Pflichten des Lehrvertrags los und erhob sie offiziell in den Gesellenstand. Als Jahresbester besonders geehrt wurde Thomas Inderdohnen, der seine Ausbildung bei der Kupp GmbH in Meerbusch absolvierte. Ihm und allen anderen gratulierte der Obermeister dazu, einen anspruchsvollen und zugleich krisensicheren Beruf erlernt zu haben: „Der Gesellenbrief ist ein entscheidender Wegbereiter für die berufliche Zukunft. Denn Facharbeiter, die ihr Handwerk verstehen, sind überall gerne gesehen.“

 

Das Handwerk sei das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, sagte Wilhelm Prechters. Die rund 186.000 nordrhein-westfälischen Handwerksbetriebe beschäftigten über zwei Millionen Menschen – weit mehr als die Industrie mit 1,3 Millionen. Rund 30 Prozent aller Auszubildenden in NRW erlernten ihren Beruf im Handwerk. Im Bereich der Kreishandwerkerschaft Niederrhein Krefeld-Viersen-Neuss bildeten rund 2.380 Betriebe junge Menschen in über 30 Berufen aus. Prechters appellierte an seine Kollegen, in ihrem Engagement für die Ausbildung nicht nachzulassen.

 

Viele Jugendliche entschieden sich heute für Krawatte statt Blaumann und für einen Bürojob statt eines Handwerksberufs, stellte der Obermeister fest. Er setzte dagegen: „Lern erstmal was Anständiges. Studieren kannst du immer noch.“ Auch für junge Menschen mit Abitur oder Fachabitur biete das Handwerk hervorragende Perspektiven und Karrierechancen, beispielsweise als Meister, Techniker oder Betriebswirt des Handwerks.

 

Dazu benötigten die neuen Gesellen die Bereitschaft, sich ständig weiterzubilden. Das unterstrich auch Grevenbroich Bürgermeisterin Ursula Kwasny in ihrem Grußwort .

 

 

 








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