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Elektro-Innung sprach 41 junge Elektroniker-Gesellen los

Rhein-Kreis Neuss. Starker Jahrgang: 41 Elektroniker feierten bei der Lossprechung der Elektro-Innung Rhein-Kreis Neuss den erfolgreichen Abschluss ihrer dreieinhalbjährigen Ausbildung.

Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik werden oftmals die Diplom-Ingenieure vom Bau genannt, weil sie einen der vielseitigsten und komplexesten Berufe sowohl bei Neubauten als auch bei Altbauten ausüben. Gleich 41 von ihnen – 40 Gesellen und eine Gesellin – sprach Obermeister Ernst Veiser von der Elektro-Innung Rhein-Kreis Neuss jetzt in der Neusser Skihalle feierlich los und erhob sie offiziell in den Gesellenstand.

„2016 habe ich 59 Auszubildende am Kennenlerntag der Elektro-Innung im BTI Neuss begrüßt. Heute, dreieinhalb Jahre später, freue ich mich, 40 Gesellen und eine Gesellin lossprechen zu dürfen. Sie sind die Zukunft. Wir brauchen Sie“, begrüßte Ernst Veiser die bisherigen Auszubildenden. Der Obermeister machte in seiner Rede deutlich, wie wichtig gerade in diesem innovativen Beruf beständiges Lernen ist. „Gehen Sie weiter den Weg der Fort- und Weiterbildung. Sei es die betriebliche Weiterbildung, ein Studium oder sogar der Meisterbrief“, forderte er auf, bevor die Zeugnisse und die Gesellenbriefe überreicht wurden.

Als Jahrgangsbester hatte Marcel Eichholz aus Erftstadt vom Dormagener Betrieb Dirk Hentges die Prüfung abgelegt. Unter den 40 jungen Männern fiel Alisa Rudolph von der Firma Jürgen Rudolph aus Grevenbroich auf. Als einzige Frau hatte sie sich in die Ausbildung voller modernster Technik gewagt. Im Elektrohandwerk spielt die die Digitalisierung eine immense Rolle und findet sozusagen innerhalb der Arbeit statt. Der Elektroniker für Gebäude- und Energietechnik setzt Digitalisierung auf der ganzen Linie um. Ging es früher vor allem darum, Steckdosen einzubauen und für Strom und Licht zu sorgen, so steht heute eine völlig andere technische Welt hinter dem Beruf. Gebäude werden mit vernetzender Technik ausgestattet, Firmen und Unternehmen ans Daten- und Kommunikationsnetz angeschlossen. Selbst hinter Ampelanlagen, die automatisch den Verkehr regeln, steht der Elektroniker. Sein Fachwissen ist gefragt, damit die moderne Welt der Technik funktioniert. Programmieren, steuern und kontrollieren gehören zum Berufsbild. Elektroniker bauen die neueste Technik in den Alltag ein.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke sprach von einer großen Verantwortung, die Elektroniker tragen. Er erinnerte daran, dass gerade in diesem Beruf Stillstand Rückschritt bedeutet. „Die vielen Ehrengäste, die sich heute eingefunden haben, sind ein Zeichen, wie ernst man Ihre Ausbildung nimmt“, betonte Petrauschke. Zu den Gratulanten gehörten unter anderem Landtagsabgeordneter Dr. Jörg Geerlings, der Neusser Bürgermeister Reiner Breuer und der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Grevenbroich, Bertram Graf von Nesselrode.

Etliche der neuen Gesellen nutzen schon die ersten Weiterbildungsmöglichkeiten, die ihnen der Gesellenbrief ermöglicht. Benedikt Kaiser, der bei Elektro Prechters in Neuss die Ausbildung machte, hat bereits seinen Meister in Vollzeit angefangen. Den Bauleiter strebt Philip Sauer an, der bei Ibrahim Üresin in Grevenbroich lernte. „Gerade die sich immer weiter entwickelnde und damit verändernde Technik ist das Reizvolle an diesem Beruf“, sagt Lars Laubach, der beim Meerbuscher Elektrobetrieb Bömelburg seine Lehre absolviert hat. 

Elektro-Spezialisten ausgezeichnet

Innung würdigte persönliche und betriebliche Jubiläen

Viel zu feiern gab es bei der Elektro-Innung Rhein-Kreis Neuss: Während der Mitgliederversammlung in Grevenbroich überreichten Obermeister Ernst Veiser und Simon von Fisenne von der Kreishandwerkerschaft Niederrhein zahlreiche Urkunden zu betrieblichen und persönlichen Jubiläen.
 
Über den Goldenen Meisterbrief freute sich Hans-Peter Fischer (75). Er erlernte sein Handwerk bei seinem Vater Hans, der 1957 seinen Betrieb in Nievenheim gegründet hatte. Vor 50 Jahren, 1969, bestand Fischer seine Prüfung zum Elektroinstallateurmeister, 1981 übernahm er den elterlichen Betrieb, den er 31 Jahre lang führte und 2012 an seinen langjährigen Monteur Pascal Nilgen (33) übergab. Der Firmensitz wechselte zur Hauptstraße in Neuss-Holzheim, der Betrieb heißt seitdem Elektro Hans-Peter Fischer e.K., Inhaber Pascal Nilgen. „Einmal die Woche und wenn Pascal Nilgen mich braucht, arbeite ich noch mit“, sagt Fischer. Ansonsten hat er seit der Übergabe mehr Zeit für seine Hobbys. Dazu zählen Besuche im Fitnessstudio, Urlaube in Südtirol und Städtereisen.
 
Ebenfalls mit dem Goldenen Meisterbrief ausgezeichnet wurde Peter Ulbrich (76). Der Neusser bestand im März 1969 seine Meisterprüfung, arbeitete zunächst in der Industrie als Elektromechaniker und später als Starkstromelektriker. Nach der Meisterprüfung absolvierte er Mitte der 70er Jahre seine Technikerprüfung. Schließlich wurde er Technischer Leiter für Elektrotechnik am heutigen Berufskolleg für Technik und Informatik, und zwar von 1979 bis 1991 in Grevenbroich und von 1991 bis zum Ruhestand Anfang 2009 in Neuss. „Ich bin stolz auf den Goldenen Meisterbrief“, sagt Ulbrich. „Durch solche Auszeichnungen werden auch die Verantwortung für den Beruf und das Berufsleben gewürdigt.“ Der Ruheständler segelt gerne und erledigt auch Arbeiten an seinem Boot.
 
Die Urkunde zum 40-jährigen Betriebsbestehen gab es für die Firma Elektro Faust in Kaarst. Werner Faust (66) machte 1978 seinen Meister und gründete im November 1979 seinen Betrieb. Er hat heute neun Mitarbeiter und arbeitet viel für Hausverwaltungen sowie für Privatkunden in der gesamten Region. „Meine Tochter Sarah hat Betriebswirtschaftslehre studiert und ist seit acht Jahren in der Firma, und mein Neffe Christian ist mit seinen 23 Jahren junger Meister. Es ist angedacht, dass die beiden die Firma übernehmen“, sagt Faust.
 
Über den Silbernen Meisterbrief freuten sich Frank Wirtz (48) aus Meerbusch-Strümp und Theodossios Vlamos (51) aus Neuss-Grimlinghausen. Beide legten vor 25 Jahren die Meisterprüfung ab, beide machten sich 1995 mit eigenen Betrieben selbstständig – da stehen im kommenden Jahr die Feiern zum 25-jährigen Unternehmensbestehen an.
 
Das hat Henning Borner (52) aus Neuss bereits geschafft. Er bekam die Urkunde zum 25-jährigen Betriebsbestehen überreicht. Seinen Meister machte er 1993, im Februar 1994 gründete er seine Firma Elektro Borner in Neuss-Rosellenheide. Heute hat er fünf Mitarbeiter, seine Frau Beate arbeitet im Büro.
 
Ausgezeichnet mit der Silbernen Medaille der Handwerkskammer wurde Matthias Krüll. Der 56-Jährige arbeitet seit 40 Jahren in der Elektro Blaschke GmbH & Co. KG in Neuss mit. Außerdem wurde seine ehrenamtliche Tätigkeit gewürdigt: Als „Altgeselle“ ist er langjähriger Vorsitzender des Gesellenausschusses und Verbindungsglied zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer für die Innung. Er gehört auch dem Prüfungsausschuss an.
 
Neben dem Silbernen Meisterbrief erhielt Armin Blaschke (49) aus Neuss die Bronzene Medaille für ehrenamtliches Engagement. Blaschke machte 1994 seinen Meister, arbeitete im Betrieb seines Vaters mit und gründete 2004 sein eigenes Unternehmen für Elektro-, Kommunikations- und Datentechnik in Neuss-Gnadental. Vor einigen Jahren absolvierte er eine Ausbildung zum Mediator mit der Abschlussarbeit „Mediation bei Konflikten im Rahmen von Ausbildungsverhältnissen“. Ehrenamtlich ist Blaschke Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses der Innung sowie Mitglied im Prüfungsaufgabenausschuss des Fachverbandes Elektro- und Informationstechnische Handwerke NRW.
 
Ebenfalls mit der Bronzenen Medaille für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurde Silvia Birbaum-Schmitz aus Grevenbroich. Die 42-Jährige ist Meisterin seit 2002 und setzt sich seit vielen Jahren als Lehrlingswartin und Vorstandsmitglied der Innung ein.
 
Zwei Urkunden konnte Obermeister Ernst Veiser nicht überreichen, weil er bzw. sein Betrieb selbst ausgezeichnet wurden. Die Veiser Gebäudetechnik GmbH in Neuss-Norf an der Mainstraße wurde vor 50 Jahren von seinem Vater Ernst-Ludwig gegründet. Ende 2001 zog man von der Bahnstraße zum deutlich größeren heutigen Standort um. „Wir installieren Zukunft“, lautet der Slogan, den die beiden Brüder Ernst (Meister seit 1992) und Axel Veiser (Meister seit 1982) für ihren Betrieb kreiert haben. Das Unternehmen mit 14 Mitarbeitern gilt als einer der technologisch führenden Handwerksbetriebe im Rheinland, auch bei der Störungsbeseitigung. Veiser arbeitet vor allem für Unternehmen und die öffentliche Hand in Neuss und in einem Umkeis von 80 Kilometern. 
 
Ernst Veiser ist im zweiten Jahr ehrenamtlicher Obermeister der Elektro-Innung. Seit mehr als 25 Jahren engagert er sich im Gesellenprüfungsausschuss. Er wurde mit der Bronzenen Medaille der Handwerkskammer geehrt. Sein Vorgänger im Amt des Obermeisters, Wilhelm Prechters, überreichte ihm die Urkunden.

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